Der dunkle, verborgene Raum des Privaten bildete gleichsam die andere Seite des Öffentlichen, und während es wohl möglich war, außerhalb des Öffentlichen sein Leben zu verbringen, […] war es nicht möglich, kein Eigentum, nicht seine eigenen vier Wände zu haben, daher galt das Leben (des Sklaven (Anmerk.: im Altertum), der wohl Besitz, aber kein Eigentum haben konnte,) als ein des Menschen unwürdiges, als ein unmenschliches Leben.

Hannah Arendt “The Public and the Private Realm“ in: The Human Condition, Chicago: The University of Chicago Press 1958

Katharina Lüdicke
Refugium unter dem U-Bahnhof Schönhauser Allee, Frischhaltefolie und Sperrholz sowie weitere Fundsachen,
Wasser, Glas und Tasse, Topf und Handtuch, Rasierer, Buch, Apfel,
Isomatte, Decken, Kissen, ca. 200 x 300 x 240 cm

Das Refugium unter der U-Bahnstation Schönhauser Allee ist ein fast sicherer Schlafplatz. Die Folie ist zwar eine Begrenzung, aber durchlässig für Blicke. Das Leben in der Öffentlichkeit kann nicht ungestört zu sein.

Refugium, Katharina Lüdicke
Refugium von Innen: Schlafsofa und Tisch mit brauchbaren Gegenständen
2020, Refugium, Katharina Lüdicke
Blick ins Refugium

Refugium unter dem U – Bahnhof Schönhauser Allee, HD – Video, 1:55 min, 2020