Für ein künstlerisches Hausbauprojekt auf der Wiese am Rand von Landart Eisenberg plane und entwickle ich ab Februar 2019 den multifunktionalen Wohnwürfel, bei dem sich die Ecken im Schwarz bzw. im Weiß aufzulösen scheinen.

Katharina Lüdicke
S/W – Pavillon Burgenland, Modell aus Holz und Plexiglas, 15 x 25 x 25 cm

Zur Zeit läuft auf dem landschaftlich reizvollen Gelände [Landart Eisenberg] ein Kunstprojekt mit dem Arbeitstitel „EINE NEUE SIEDLUNG“. Sieben Künstlerinnen sind eingeladen, ihre Architekturvisionen und Konzepte auf dem Gelände baulich der Wirklichkeit hinzuzufügen. […]

Mit ihren gebauten Architekturvisionen werden unterschiedliche Blickwinkel und konkrete Aspekte entwickelt, um Sinti und Roma endlich „symbolisch neu ansiedeln“ zu können.

Ein kurzer historischer Abriss: Seit dem Mittelalter war der bevorzugte Aufenthaltsort der Burgenland-Roma das Grenzgebiet zwischen Ungarn, Slowenien und Österreich – hier, im südlichen Burgenland mit den Orten Jennersdorf, Oberwart u. a. existierten verschiedene Siedlungen, in denen die Roma ihr Auskommen beispielsweise als Scherenschleifer, Ziegelschläger, Pferdehändler, als Gelegenheitsarbeiter bei Bauern und als Musikanten in den umliegenden Wirtshäusern fanden.

Nach 1933 wurden ihre Siedlungen systematisch zerstört, ihre Einkommensmöglichkeiten zunächst eingeschränkt, auch das Musizieren untersagt, und sogenannte Sammellager errichtet. […]

Das Projekt „EINE NEUE SIEDLUNG“ wird ein Mahnmal aus Häusern – eine von Künstlerinnen entworfene und gebaute Erinnerung – in unmittelbarer Nachbarschaft eines verschwundenen Roma-Dorfes. Dabei geht es nicht um Besitz, es wird kein Ort der Idylle oder der Bequemlichkeit entstehen, sondern ein lebendiger Begegnungsort: ein Forum des Austausches und der künstlerischen Produktion für alle, die sich dort angesprochen fühlen, über das Thema nachzudenken, zu forschen, zu arbeiten.

Thomas Hornemann 2018

Skizze zum S/W – Pavillon Burgenland, 29,7 x 21 cm
Katharina Lüdicke
S/W – Pavillon Burgenland, Entwurf mit Google SketchUp