Katharina Lüdicke 
 

 

 
 
               

Family Village 2013
Unterm Dach 2012

Multilab.Mobil 2012
Bernauer Straße III 2012
Moritzplatz 2011
Bernauer Straße II 2011
Fellini-Feelini Berlin 2011

IBA Hamburg 2010

Umweltbundesamt 2010

Arkonaplatz 2009
Bernauer Straße 2009
Bundesjustizministerium 2008

Adlershof 2007
Stettin 2007
ARD 2006/07
Schule 2004

       

Architekturinstallation von Katharina Lüdicke und Schüler/innen der Sprachheilschule Wilhelmsburg und der Louise Schröder Schule in Altona sowie Kindern von der Veddel in Zusammenarbeit mit der Immanuelkirche zu Hamburg Veddel



Ute Vorkoeper:
 
Es ist eine zweischneidige Sache mit dem Wirklichwerden von Wünschen. Denn je präziser und perfekter Wünsche Wirklichkeit werden, desto schneller gehen der wirkliche Wunsch, das Begehren und die Sehnsucht dahinter verloren. Dies gilt in besonderem Maß für Wunschhäuser. Das perfekte Traumhaus ist ein Bilderbuchklischee, bewohnt von Bilderbuchfamilien. Wunschhaus und Märchenwelt gehörten schon immer zusammen. Denn das Wünschen kennt kein Ende, wenn jeder Wunsch widerstandslos Wirklichkeit wird – so wie beim Fischer und seiner Frau. Irgendwann geht es um Alles. Am Ende sitzt man dann wieder im „alten Topf“ undsteht vorm Nichts. Katharina Lüdicke konzentriert sich deshalb auf das Imperfekte und Provisorische von Architekturen – alles das, was noch nicht oder nicht mehr einem Wunsch entspricht, das dem Wünschen selbst Ausdruck gibt und doch genügend Freiraum für weiteres Wünschen lässt. Sie hat eine umfangreiche Sammlung zu provisorischen Architekturen weltweit angelegt und sie lässt provisorische Häuser im Stadtraum entstehen, die sie selbst zum Teil auch bewohnt. Für das “Wunschhäuser”-Projekt im Rahmen von „Aussicht auf Veränderungen“ hat sich die Künstlerin die denkbar besten Baumeister des Provisorischen als Partner gesucht: Grundschulkinder aus drei Hamburger Stadtbezirken, aus Wilhelmsburg, Altona und von der Veddel. Niemand baut aus vorgefundenen Materialien einfallsreicher und mit größerer Imaginationskraft als Kinder in diesem Alter. Sie leben zwischen ihren eigenen Einbildungen und den Klischees vom Erwachsenenleben wie der Erwachsenenwelt. Sie haben eine grundsätzlich andere Perspektive auf die gebaute Welt, schauen von unten nach oben, und werden dabei doch immer durch die Perspektive der Erwachsenen korrigiert. Auch für sie gelten die Maßstäbe der Erwachsenen und doch sehen sie das, was ihnen bedeutsam ist, notwendig woanders und anders als die Erwachsenen. Katharina Lüdicke nimmt die Position der Kinder zwischen Vorbild und Einbildung, zwischen eigenem Erleben und den Gesetzen der Erwachsenenwelt ernst, wenn sie gemeinsam mit ihnen ebenso provisorisch freie wie dennoch Wirklichkeit treffende Fassaden von Wunschhäusern baut. In ihrer Körpergröße, bisweilen sogar noch etwas größer, bauen sie die Fassaden aus Holz, Karton und Leinwand und bemalen sie im Anschluss. Nach den Ferien tragen die Kinder ihre Fassaden aus den drei Stadtbezirken mit der S-Bahn auf die Veddel und bringen sie zur Immanuelkirche. Schon auf ihrem Weg durch die Stadt verändern die Kinderwunschfassaden das Bild der Stadt. In der Kirche, die extra frei geräumt wird, bauen sie dann schließlich gemeinsam aus allen den Wunschfacetten eine große, provisorische Wunscharchitektur, einen neuen, von vielen geteilten Wunschstadtraum.



Katharina Lüdicke, "Wunschhäuser", Architekturinstallation, Abb.: Workshop an der Louise-Schröder-Schule im Juni 2010, courtesy/copyright Akademie einer anderen Stadt / www.karingerdes.de
   

Beteiligte Lehrer/innen: Sprachheilschule Wilhelmsburg: Stefanie Buhs, Carolin Ketterling, Katharina Schäfer; Louise Schröder Schule in Altona: Nick Aschermann, Elke Behrends, Timm Christensen, Myriam Gressner, Gabriele Schüßler, Martina Thaden

Beteiligte Schüler/innen: Sprachheilschule Wilhelmsburg Klasse 3: Bünyamin Botzki, Moibatou Da-Ernestho, Vincent Hoffmann, Joshua Inhestern, Stella Kühne, Alexander Kummer, Kevin Mertens, Samed Mican, Ramez Mohamad-Mohsen, Onur Pala, Leon Schneider; Klasse 5: Kevin-Can Avci, Julian Gschwander, Kelvin Herrera Gaertner, Marcel Kiesau, Nuno Marquez Miguel, David Plenus, Tobias Stoffers, Minea Kühne, Vivien Kurt, Dilara Ön, Jessica Polomski, Nicole Polomski, Mary Lou Weiher;
Louise Schröder Schule in Altona, Klasse 3b: Melise Sekmenoglu, Sandra Amin, Daniel Ampadu, Murat-Can Arslan, Fleur Bonnin, Fatima Chema, Jerome Dyke, Mert Örer, Janek Tim Große, Edis Ibraimi, Arita Izeti, Lukas Pascale Koop, Nadia Limlahi, Enrico Masini, Liv Nörenberg, Serkan Pekpak, Guliano Roode, Isatou Sadowski, Peer Kalle Sauer, Esra Sayilir, Sema Yildiz; Klasse 3a: Irfat Arik, Esther Asante, Can Atmaca, Lenny Bucher, Selin Cebeci, Oskar Chodzinski, Johann Eschenbach, David Hilden, Cosvin Meise, Kristina Moldenhauer, Marija Nesic, Pelle Nitzschke, Mathis Rempe, Nicole Renz, Ben Rimkeit, Jakob Rosenberg, Semih Saltabas, Ye Yao Schmitz, Aylin Sekmenoglu, Aurora Xaferi, Serkan Yalman; Kinder von der Veddel