Katharina Lüdicke 
 

 

 
 


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Sprechblase / Wir müssen eine tragfähige Lösung finden
Folie, getackert
90 x 100 x 110 cm

 
   

 
               
   

Der Aufbauprozess der Sprechblase ist logisch nachvollziehbar. Katharina Lüdicke hat dafür mehrere Schichten Folien zusammen getackert, so dass ein 90 cm hohes, 110 cm breites und 100cm tiefes Gebilde entstanden ist. Verwendet wurden auch Zeichentrickfolien im A3-Format, die entweder milchig oder transparent waren. Der Betrachter findet das Werk vor, sobald er den zweiten Innenhof des Bundesministeriums für Justiz betritt. Dort liegt die Sprechblase auf dem Boden und man bekommt leicht den Eindruck, der geringste Luftzug könnte sie davontragen. Das Folienknäuel erweckt zudem ein Gefühl von Unbeschwertheit und Fragilität.

Für Katharina Lüdicke herrscht in ihrer Arbeit eine Leere vor, die es gedanklich aufzufüllen gilt, denn die Sprechblase ist ohne Inhalt. Die Künstlerin beschäftigt sich mit der Frage, wie Worte gefunden werden, wie eine Verständigung zwischen Menschen aufgebaut wird und darin liegende Schwierigkeiten abgebaut werden. Bezieht man nun auch den ortspezifischen Kontext mit ein, so kommt man nicht um die Frage herum, wie diffizil und debattenintensiv ein Gesetzgebungsverfahren ist. Wie genau formuliert werden muss, um Missverständnisse und Unverständnisse abzubauen und schließlich aufzulösen. Für Katharina Lüdicke ist hier die Idee einer Sprechblase nicht fern und gilt es für sie, auch die Einheitlichkeit der festgelegten Redewendungen und politischen Floskeln zu überdenken.

Lin Gleß