Katharina Lüdicke 
 

 

 
 

Family Village 2013
Unterm Dach 2012
Multilab.Mobil 2012
Bernauer Straße III 2012
Moritzplatz 2011
Bernauer Straße II 2011
Fellini-Feelini Berlin 2011

IBA Hamburg 2010

Umweltbundesamt 2010

Arkonaplatz 2009
Bernauer Straße 2009
Bundesjustizministerium 2008

Adlershof 2007
Stettin 2007
ARD 2006/07
Schule 2004

 

FELLINI - FEELINI / Berlin / 2011
Werbetafeln, Bau - und  Altholz, Matratze, Folien, Cd-Regal, Buch, Teppich
320 x 150 x 250 cm

 

Für die Ausstellung FREIES FELD hat Katharina Lüdicke den Bau einer begehbaren Skulptur realisiert, die als Hybrid, skulpturale und architektonische Strukturen miteinander verknüpft. In der Skulptur Fellini – Feelini, 2011 funktioniert sie in einer Art Kurzschluss die hochglanztypischen Werbeträger für finanzträchtige Kapitalversprechen zu Außenwänden einer prekären Architektur-Skulptur um. In ihrer neuen Arbeit – nun situiert im unmittelbaren Kontext eines Ausstellungsortes
der Kunst - schärft Katharina Lüdicke den Blick für gesellschaftsrelevante Fragestellungen. Ihre Skulptur Fellini – Feelini, 2011 verweist auf Arbeiten der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts etwa auf die Wohnhöhle, 1966 von Ferdinand Spindel, Bundesrepublik, oder Arbeiten des US Amerikaners Claes Oldenburg. Ihr zeitbezogener Kontext erweitert jedoch den Werkhintergrund ins gesellschaftsrelevante Feld einer wachsenden Zahl von Menschen, die von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen sind oder sich selbstbestimmt daraus verabschiedet haben. Die Bauwerke und Skulpturen Katharina Lüdickes öffnen den Blick auf Alternativen eines durch Stereotypen und vorgegebene Standards automatisierten Lebensgefühls in dem die - wie auch immer - selbstbestimmte Lebensweise eine mögliche Form und die Ausprägung einer von vielen Alternativen erhält. Im Abweis konventioneller Raumangebote für das je eigene Leben der Menschen verknüpfen sich die Skulpturen von Katharina Lüdicke nicht nur mit den Wohnhöhlen der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts, sondern sie ermöglichen vor allem ein Denken und die Sicht auf eine mögliche gewonnene Unabhängigkeit die solchen durchaus prekären Architekturen und Skulpturen innewohnt.

Kornelia von Berswordt-Wallrabe
(Aus: Mart-Stam-Förderpreiskatalog „Freies Feld“, 2011)